Published_ 18. März 2026
Wer einen Hammer hat...

sh ~/bin/webackup.sh
Sichere Obsidian...
✅ Obsidian fertig.
Sichere Strapi & Metabase...
✅ Strapi & Metabase fertig (strapi-data wurde ignoriert).
Sichere astro_backup...
Sichere custom_Photos...
Wenn mir vor 3 Monaten jemand gesagt hätte, dass ich Urheber der hier gezeigten Ergebnisse mittels eines einfachen Bash-Aufrufs sein könnte und darüberhinaus auch verstehe, was da oben steht oder was ein Bash-Aufruf sein soll, hätte ich gelacht. Ich bin ja kein App-Entwickler. Ich bin vom stolzen Stamm der Mac-User, da ist die Time Machine schon vorinstalliert. Ein professionelles und einfach zu bedienendes Backup-Tool.
Als mein Mac zuletzt funktioniert hatte (und das ist nun auch schon 3 Jahre her), da hatte mich Time Machine schon so oft im Stich gelassen oder Volumes zugemüllt, dass ich die Backup-Funktion von Apple deaktiviert habe. Zum Ende seiner Lebensspanne hatte ich den iMac auf Linux umgerüstet. Und heute habe ich mir ein eigenes Backup-Tool hergestellt.
Da fragst Du Dich:
Warum macht er sich die Arbeit?
In Zeiten, als ich höchstens ein Layout retten musste und ich mich auf DropBox und Google Drive verlassen wollte, war das nicht nötig gewesen. Aber die Zeiten ändern sich und ich dachte mir kürzlich, wie schön es wäre, ein Script zu haben, mit dem ich selbst Datenhoheit erlangen kann.
Das Skript war mithilfe von etwas KI schnell erzeugt und funktionierte. Jeden Abend um 21 Uhr ein automatisches Backup, das tat mir gut. Die oben gezeigten Zeilen aus meinem Terminal stehen sinnbildlich dafür, dass das Backup weiter funktioniert.
Ein sehr befriedigendes Gefühl, auch wenn sich haufenweise Backup-Tools unter Linux finden, die Open Source sind. Aber selbstgemacht ist auch selbstermächtigt. Ich habe am Wochenende gemerkt, dass schon einige Tage kein Backup erzeugt worden ist und mein erstes Debugging angestoßen. Jetzt weiß ich nicht nur, was Debugging ist, sondern habe in dem Zug auch gleich noch das Skript in eine App umgewandelt, mit Icon und Ansätzen einer grafischen Benutzeroberfläche… ich bin beeindruckt und ein bisschen stolz darauf.
Was lässt sich daraus für Unternehmen ableiten? Gehen wir etwas tiefer:
Ist KI Werkzeug oder Wunderwaffe?
Genau in dieser Erfahrung zeigt sich ein Wendepunkt für die Digitalisierung in unseren Unternehmen: Die Barriere zwischen Idee und technischer Umsetzung ist gefallen.
Früher musste das Marketing-Team wochenlang auf ein Ticket bei der IT warten, um eine kleine API-Anbindung oder ein Tracking-Tool zu bauen. Heute werden Marketer zu „Citizen Developers“. Wir warten nicht mehr auf die Wunderwaffe von außen, wir bauen uns das Werkzeug selbst.
Aber Vorsicht: Nur weil wir jetzt alle einen Hammer haben, ist nicht jedes Problem ein Nagel…
Dieser Frage lohnt es nachzugehen. In meinem beruflichen Umfeld erlebe ich sehr oft, wie kritiklos KI eingesetzt wird und wofür. Wir erleben, wieviel generative Inhalte uns ungebeten in die Geräte gespült werden und sind gleichzeitig vorbehaltlose Konsumenten dieser Inhalte. #dastutbestimmtnichtweh murmeln wir vor uns hin und doomscrollen uns in den Schlaf.
Gleichzeitig geschehen solche kleinen Wunder wie das oben beschriebene: als Teilzeit-Entwickler mit einer Vision habe ich mir ein Backup-Tool erzeugt, das zwar unter der Haube noch keine stand-alone App ist, sich aber oberflächlich davon kaum unterscheidet.
Und das ist kein Einzelbeispiel. Die Website https://we-invent.de habe ich nur deshalb headless konstruieren können, weil ich mir von einem LLM dabei habe helfen lassen. Was vor kurzem noch wochenlange Recherchen und Sub-Reddit-Rabbitholes erzwungen hätte, lässt sich heute selbst außerhalb von CLI, nur mit einem Chatbot binnen Tagesfrist selbst herstellen.
3D-Drucker sind erschwinglich für Privatanwender, und viele nutzen diese Geräte ganz selbstverständlich für mehr oder weniger nützliche Spielereien. Von Tag zu Tag werden wir mächtiger und befähigter, uns unabhängig Wissen und Können anzueignen.
Mein Fazit: es wird immer wichtiger für Individuen wie auch Organismen, sich für die Funktion von Technologie zu interessieren. Nur so können wir uns ernsthaft die Frage stellen, welche Konsumentscheidung wirklich wichtig ist und wo wir uns einer Ablenkung durch Marketing beugen. Und damit will ich nicht die Barrikaden stürmen, sondern aktiven Konsumentenschutz durch Selbstermächtigung fördern. Nur so gelingt es uns gemeinsam, vom passiven Passagier der Digitalisierung zum aktiven Gestalter zu werden.
Für das Marketing bedeutet das: KI ist keine Wunderwaffe, die Strategie ersetzt. Sie ist der Turbo für denjenigen, der weiß, wo die Reise hingehen soll. Wer die Technik unter der Haube zumindest im Ansatz versteht, lässt sich nicht mehr von glitzernden Dashboards blenden, sondern fragt: „Löst das gerade ein echtes Problem oder füttern wir nur den Algorithmus?“
Mein Impuls für die Woche: Welches kleine IT-Problem schiebst du seit Monaten vor dir her? Vielleicht ist heute der Tag, an dem du dir von einer KI nicht nur den Text schreiben lässt, sondern das Werkzeug, um ihn an die richtige Stelle zu bringen.
Selbst gemacht ist eben selbst ermächtigt.
Was meint ihr: Werden wir durch KI alle ein Stück weit zu unseren eigenen Software-Architekten? Oder droht uns die totale Tool-Überlastung?