Published_ 01. April 2026
Ich war schon immer schlecht in Geo
Was bedeutet der Switch von SEO zu GEO?
„SEO ist tot“, „Wer jetzt nicht auf GEO setzt ist verloren“. Mit solchen Sätzen ragebaiten sich zur Zeit KI-Coaches fröhlich durch die Businessportale. Ein anderes sehr beliebtes Thema: Programmieren war gestern, heute ist Vibe Coding hot shit. Und wieder andere schwören auf’s Handwerk oder auf’s Studium, auf die Arbeit in Rüstungsindustrien … die Liste lässt sich fast endlos fortführen.
Man muss sich nicht wundern, wenn die Reaktion darauf der Rückzug auf dem eigenen Weltbild entsprechende Haltungen ist. Denn für jede These findet sich eine Antithese
Was die Sender anbieten, ist eine einfache Botschaft, die absolut und absolut durchdacht klingt und damit ihre Kompetenz unterstreicht. Wer dieses Spiel geschickt spielt, also die Trends rechtzeitig erkennt und pointiert zuspitzt, erzielt Reichweite. Ab diesem Punkt ist es dann auch schon fast egal, wie belegbar die These ist: in einem Pool von tausenden Empfängern gibt es selbst im Promillebereich Empfänger, die der gespielten Expertise folgen.
In vielen Bereichen, die ich beispielhaft genannt habe, fehlt mir zu klugen Kommentaren die Expertise. Nicht jedoch im ersten. Was die Auffindbarkeit von Produkten, Dienstleistungen und Themen angeht, will ich meinen Senf dazugeben. Denn dass SEO tot ist, das wird kein Fachmann bestätigen.
Dabei ist die Basis der Aussage nicht verkehrt, sondern verkürzt. Nur was folgt daraus? Genau hier verlieren viele Unternehmer den Mut und ergeben sich den Aussagen eines vertrauten Dienstleisters, weil das Thema zu kompliziert anmutet.
Meine Meinung? Hört auf, SEO als wirtschaftliches Gut wie früher ein Faxgerät zu verstehen. SEO ist nicht dafür da, dass irgendwelche Charts gut wirken. Oder ein Möchtegern-Schriftsteller dank der Anstellung als Texter in Eurem Betrieb in der gesetzlichen Krankenkasse ist. SEO ist ein Baustein innerhalb eures Business Models.
Suchmaschinenoptimierung ist kein Kostenfaktor, sondern ein Strukturprinzip — und Struktur zahlt sich durch die gesamte Organisation aus.
Ganz schön kompliziert, Meister!

Früher SEO…
Lasst mich das runterbrechen auf mein Einstiegsthema SEO und GEO: Bis vor kurzem herrschte Einverständnis, dass es klug ist, ein Angebot so zu platzieren, dass Verbraucher es schnell finden (warum „bis vor kurzem“, dazu komme ich später). Was in der Folge bedeutet, dass die Suchmethode möglichst gut gefüttert werden sollte, um MEIN Angebot vor dem der Mitbewerber auszugeben.
Also ist es zielführend, die häufigsten Suchbegriffe mit meinem Angebot zu verknüpfen: wenn ich einen Gartenschlauch will, suche ich „Gartenschlauch kaufen“. Als Anbieter von Gartenschläuchen sollte ich also in den Angeboten einen Text verwenden wie:
Sie möchten einen Gartenschlauch kaufen? Dann kommen Sie zu Gartenschlauch-Huber, hier können Sie den besten Gartenschlauch kaufen. Das größte Angebot an Gartenschläuchen für alle, die Gartenschlauch kaufen auf ihrem Einkaufszettel stehen haben.
So entstehen entsetzlich holprig zu lesende Produktbeschreibungen, die ellenlang sind, vor Wiederholungen genau der Suchbegriffe strotzen und so durch reine Quantität den Suchmaschinen suggerieren: Viel hilft viel.
Und als Marketeer, der seinen Beitrag evaluieren möchte, hilft die Google Search Console, passende Belege zu präsentieren. Jede Anstrengung in Sachen SEO lässt sich statistisch so deuten, dass die Auffindbarkeit des Angebots verbessert wurde – im Zweifel ist das alles nur eine Frage der Zeit.
… heute GEO?
Tatsächlich haben Fachleute (und ja, ich zähle mich dazu) schon vor vielen Jahren gepredigt: liebe Anbieter, reichert eure Angebote mit strukturierten Daten an. Genau das sorgt jetzt durch technologischen Fortschritt dafür, dass Angebote auch in generativen Chatbots erwähnt werden: voilà, GEO ist erledigt!
GEO – Generative Engine Optimization – fördert die Auffindbarkeit in KI-generierten Antworten statt in klassischen Suchergebnislisten (SERPs). Der Mechanismus dahinter ist derselbe wie bei SEO: Wer gut strukturierte, verlässliche Daten liefert, wird zitiert.
Natürlich sorgt die Umsetzung kurzzeitig für Mehraufwand. Doch am Ende des Tages ist Struktur genau das Fleisch, das ihr für Eure Köder wollt. Also die Substanz, ohne die ein Marketingversprechen eben genau das bleibt: ein wolkiges Versprechen.
In modernen Warenwirtschaftssystemen ist jede vernickelte Schraube, jeder PostIt-Block und jede Haarfärb-Anwendung auf Datenebene durchstrukturiert mit gutem Grund: damit beruflich damit handelnde Menschen weltweit auf denselben Datenbestand zugreifen und schnell bestellen können.
Aber wenn es um Werbung geht, soll diese erwiesen kluge Methode des Strukturierens plötzlich nicht mehr von Nutzen sein? Ausgerechnet da, wo man Verbraucher überzeugen möchte, zum eigenen Produkt statt dem der Konkurrenz zu greifen, soll plötzlich das Bauchgefühl eines Artdirectors besser funktionieren als fundierte Daten?
Wer nun endlich über die Einführung strukturierter Daten nachdenkt, muss das Rad nicht neu erfinden. Mit dem Framework von https://schema.org ist die ideale Grundlage schon verfügbar. Und der Witz ist: die Implementierung genau dieser Struktur ist auch Grundlage für Generative-Engine-Optimierungswünsche.
In anderen Worten: wer strukturierte Daten auch in Produktbeschreibungen einsetzt, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe.
- sind so diese Beschreibungen zentral gepflegt und verfügbar, und
- muss ein hässliches, aber plausibles Keyword nicht mehr möglichst häufig wiederholt werden.
Fazit
Die Investition in eine kluge Optimierungsstrategie ist kein optionaler Schritt für Unternehmungen, die auch in Zukunft relevant sein wollen. Sondern Grundlage dafür. Wenn Ihr nicht recht wisst, wo anfangen: lasst uns miteinander sprechen.